Beiträge von Reservist

    Hallo Eisenschwein, besten Dank für Deinen Beitrag.
    Aber wo haben wir denn im grenznahen Gebiet, Räume, welche die Tiefe für ein länger anhaltenes VzgGefecht hätten? Also der Raum Uelzen fällt dann schon mal weg, denn die Entfernung ESK - Grenze beträgt 47km aber bis zur Grenze sind es weitaus weniger. Oder sehe ich das falsch?

    Moin Duke,
    vielen Dank für das Bild. Okay, also Aufklärung auf Divisions-/Regimentsebene. Sind das dann die von Dir erwähnten BRDM-Spähpanzer Rad-Einheiten, die dann - ähnlich wie der Luchs - als fahrender Busch bei Nacht und Nebel - der WAPA hatte damals aber keine gute Nachtsichtoptik, WBG etc, hatten die damals noch nicht, irgendwo auf Beobachtungsposten liegt und die NATO-Stellungen auskundschaftet?
    Vermutlich genauso wie unsere PzAufkl, gepanzerter Spähtrupp/Spähzug oder je nach Gelände abgesessen und dann die Lauscher aufgespannt.
    Ja natürlich, für eine MSD ist es von Überlebenswichtigkeit zu wissen, wo der Gegner seine Sperren, Minen, Hindernisse etc. hat, um da nicht mit Karacho hineinzulaufen/-fahren.
    Und die NATO versucht dann die Feindaufklärung auszuschalten, um den Gegner "blind" in den vorbereiten Verteidigungsabschnitt hineinlaufen zu lassen.


    Regimental Advance Guard - sind das die vorgeschobenen Teile des Regimentes?
    Das eigentliche PzRgt ROT mit den vermutlich modernen Panzertypen T-80, T-72 kommt erst sehr spät, vermutlich wenn vorne die größten Hindernisse beseitigt wurden....

    Hallo zusammen,

    ich stelle mich auch mal kurz vor. Bin 51 Jahre alt, habe damals während meiner Wehrdienstzeit in einer Holsteiner PzGrenKp als MG-Schütze gedient und bin jetzt 30 Jahre später – neues Zeitalter, neue Armee, alles anders - Mitglied im Reservistenverband, Kreisgruppe HH. Mein besonderes Interesse gilt der Einsatztaktik, Operationsführung, etc. Habe mich übrigens für eine ATN-Ausbildung RS beim PzGrenBtl 908 in Pasewalk-Viereck „beworben“. Alle Themen, die einen Richtschützen des SPz Marders betreffen sind für mich von Belang: Tagesoptik/Nachtoptik, WBG, Schießen mit der BMK, Fliegerabwehrschießen, Wartung, TD am Marder, etc., etc., also alles Dinge von denen ich bislang noch überhaupt keine Ahnung ahne, da meine Welt damals an der Heckklappe des Hinteren Kampfraumes des SPz endete. Mal sehen, was daraus wird…
    Bock auf Rödeln, also auf das „Leben im Felde“ im Wald oder in der Holsteiner Knicklandschaft mit all seinen schönen und weniger schönen Dingen wie Alarmposten, Spähtrupp zu Fuß, Jägerbiwak, Durchschlageübung, etc. habe ich immer noch. Eigentlich gibt es nichts Geileres als mit Flinte und Flecktarn durch die Gegend zu rennen und von Jagdkommandos gejagt zu werden. Bei uns im Norden werden Dinge wie der Nachtortientierungsmarsch EISWOLF oder in Dänemark der Patrouillenwettbewerb BLUE NAIL angeboten. Daher interessiert mich natürlich auch, welche „Rödelveranstaltungen“ gibt es in Mittel- u. Süddeutschland.
    Aber wir sind ja hier in einem PzForum und ich möchte jetzt auch einmal die andere Seite kennenlernen. Aufgaben von RS, Kdt, ZgFhr, KpChef, etc., eine Welt, die mir bislang mehr oder weniger verborgen war…

    Gruss,
    Der Reservist

    Zu den Dienstgraden. Das kann ich nur bestätigen.
    TrpFührer - meist Uffz, GrpFhr/Kdt - StUffz, ZgFhr - OFw/HFw, KPChef - Hptm, BtlKdr - OLT
    Fahnenjunker/Fähnriche/Leutnante/"Oberllollis" hatten wir sehr wenige im Btl., vermutlich hatte die grüne Rödeltruppe ein Nachwuchsproblem mit den OAs.
    Man muss leider auch sagen, dass nicht unbedingt die besten und intelligentesten Leute den Weg zu den PzGren/Jg gefunden haben. Eigentlich unverständlich, denn zumindest sportlich konnte man sich bei uns grenzenlos austoben und nicht umsonst gab es NEC-Kompanien, die damals in den Rödelwettbewerben verdammt gut waren. Die körperliche Tüchtigkeit wird bei den "Grünbaretten" immer noch sehr groß geschrieben. Auch wenn ich meine Richtschützen-ATN beim PzGrenBtl 908 in Pasewalk-Viereck machen möchte, muss ich bestimmte körperliche Leistung erbringen - Eskadierwand auf der HiBa in Munster, AGSHP-Schießen, etc., etc.
    Aber das ist off topic - ein ganz anderes Thema...

    Das pionierverstärkte Gelände wird natürlich überwacht.
    Sperren/Lückenwege mit Zeit/Ort, Stichwort zum Auslösen, sowie sperrfreie Räume/Wirkzeiten...
    Gemeint wahrscheinlich AT-2 Wurfminensperre mit z.B. 12 Stunden Wirkzeit durch Minenwurfsystem Skorpion. Wir PzGren mussten etliche Sperren überwachen, war eine typische Aufgabe für die Grennies.


    Wenn das Ganze zu komplex/schwer verständlich/wenig anschaulich geworden ist, dann können wir gerne nur auf die Pz/PzGren-Trp fokussieren. Also ganz wie ihr wollt.

    Man müsste sich das Ganze schematisch und graphisch veranschaulichen.
    In meinem Lieblingsbuch Rainer Oestmann: Dazu befehle ich…!, findet sich auf S. 400 eine sehr gute Prinzipskizze zum Thema Verzögerung.

    Duke, Du hattest natürlich recht.
    Der PzSpähzug ist natürlich zur Aufklärung vor der ersten VZL eingesetzt. Ansonsten befinden sich im Raum vor der ersten VZL ADLER 1509309 mar eingezeichnete Symbole für Wurfminensperren d. Pioniere und der Artillerie. Außerdem natürlich TAR – Tactical Air Reconnaissance/Luftaufklärung und BAI – Battlefield Air Interdiction/Gefechtsfeldabriegelung, also Einflugschneisen für A-10 „Warzenschweine“ oder PAHs, um Panzerspitzen ROT wegzuknacken.
    Wir haben zwei PzGrenBtl in der Verzögerung zwischen VZL ADLER und BUSSARD, welche die Stellungen für die zeitlich begrenzte Verzögerung besetzen. In der Mitte der Feuerstellungsraum der PzArtillerie/die guten alten M-109 PzHbz – ich persönlich hätte die hinter dem VRV zurückgezogen, die wirken doch auf 18km, warum also die Artillerie so weit vorne riskieren, der VzVbd muss meiner Meinung nach mit den PzMrs auskommen. Na gut, PzHbz sind mobil, man kann sie ja jederzeit nach hinten verlegen aber ich würde es einfach nicht riskieren, sie so weit vorne zu haben. Gut, dass ich kein TrpFhr bin J
    Das linke PzGrenBtl weicht in einem Zuge durch die Lücke der Auffangminensperre in die Wechselstellung aus. Das rechte PzGrenBtl weicht kämpfend und teilweise überschlagend auf zwei hintereinanderliegende Wechselstellungen aus.
    Und wieder die PAHs an den Flanken, im Einsatzraum wäre es das legendäre Heeresfliegerregiment 10/HFlg Rgt 10 („Heidetiger“ – oder „Heideflieger“) gewesen, um Feindpanzer mit der HOT wegzuknacken.
    Ein PzBtl wird auf der VZL BUSSARD in Reserve gehalten, um im Abschnitt des rechten PzGrenBtl einen Gegenangriff gegen durchgebrochenen Feind zu starten.

    Hinter der VZL BUSSARD befinden sich Stellungen in der Tiefe und die raumdeckende Überwachung durch HflgAbw, d.h. hier stehen die Geparden und die Roland-Flar-Pz?
    Es folgt VZL CONDOR 160700Z mar mit weiteren Stellungen und Einweisungspunkten – für was? Dann die ANL – Aufnahmelinie mit Markierungen für den Zeitpunkt der Aufnahme und die vorgeschobenen Stellungen der aufnehmenden Truppe (Feldposten?). Die SL – Sicherungslinie und endlich kommt der VRV und die eigentlichen Stellungen der aufnehmenden Truppe. Ziel: Voraussetzungen für das „Schlagen“ in der Tiefe schaffen.

    Grobgliederung (Bockmist oder?):


    • Fernaufklärer: tief hinter der FLET – Forward Line of Enemy Troops
    • Aufklärungskräfte/PzAufkl: vor dem Verzögerungsraum
    • Deckungstruppe/Covering Forces und VzVbd: meist Btl-Stärke, zwischen den einzelnen VZL des Verzögerungsraumes (in der Prinzipskizze ist es eine ganze Brig, die verzögert, meines Wissens hatte die NATO nicht genügend Kräfte, um derart starke VzVbd abzustellen aber vielleicht bin ich da nicht richtig informiert)
    • Stellungstruppe/Hauptkräfte: am VRV


    Wird der VzVbd am VRV von der Stellungstruppe aufgenommen, dann kehren sich die Verhältnisse um, d.h. weiter hinten wird der nächste VRV aufgebaut und das Gelände davor ist wiederum der Verzögerungstreifen. Habe ich das richtig verstanden. Solange, bis der Russe am Rhein ist.

    Oestmann erwähnt, dass das Schonen der eigenen Truppe ebenfalls zu den Zielen des Verzögerungsgefechtes gehört. Die beiden PzGrenBtl da ganz vorne in der Vzg sind ja sofort drin, in „Blut und Scheiße“ mal realistisch gesprochen und sie werden sehr schnell +/- Verluste erleiden. Auf dem Weg von der ersten VZL bis zur erlösenden Aufnahme durch die Stellungstruppe am VRV werden sie ordentlich bluten müssen, bevor dann die Auffrischung kommt und dann der nächste Auftrag als Divisionsreserve. Vielleicht ist aber auch gemeint, dass die Verzögerung Blut spart, da eine starre Verteidigung, also das unflexible Festkrallen am VRV wesentlich höhere Verluste verursachen würde – Beispiel Vernichtung der HGr Mitte im Sommer 1944 in Weißrussland/Stichwort „Feste Plätze“. „Die in boots“, also das sinnlose Ausharren in der ersten Stellung, egal, was da kommt. Da ist die Verzögerung schon eine große Verbesserung.

    Aber das Ganze jetzt übertragen auf die geographische Realität der grenznahen Räume der BRD. Zwischen Zonengrenze und ESK bleibt nicht so viel Platz, um ein derartiges Verzögerungsgefecht in der Tiefe zu führen.

    Duke, vielleicht kannst Du ja mal eine klassische Lage einspielen (Eigene Lage/Feindlage/Vermutete Absicht des Feindes/Truppeneinteilung) und die einzelnen Aufträge an die Pz und PzGren vergeben? Dann wird es vielleicht noch anschaulicher.

    Duke, Du hast natürlich recht.
    Aber das ist kein Schulschießen mehr, keine saubere Befehlskette, alles geht drunter und drüber. Einbrüche/Durchbrüche werden gemeldet. Die Gefechtsstände müssen ständig verlegt werden, damit sie nicht durch einen Artillerie-Volltreffer ausgeschaltet werden. Stell Dir mal das Gefechtsgelände bei einem Großgefecht mit zahlenmäßig weit überlegenem Gegner vor. Verwundete fluten die Hauptverbandsplätze, die Versorgung stockt, Kompanien werden isoliert und mit Erdkampfflugzeugen bekämpft. Sicht gleich Null durch mehrere Feuerwalzen der WAPA-Artillerie, dazu permanente Luftangriffe. HIND-Kampfhubschrauber setzen mit überlegener Feuerkraft den Durchbruchskeil der OMG durch, etc., etc., etc.

    Genau die B-71, wie Du schon richtig sagtest, ist der direkte Weg Salzwedel/DDR - Suhlendorf- Uelzen – Munster – Soltau…
    Welche Kräfte setzt der BrigKdr, der DivKdr als VzVbd ein? Seine besten und kampffähigsten oder eher die 2. Wahl, da durch die Abnutzung im ersten Schlagabtausch schwere Verluste zu erwarten sind?
    Wenn ich die Befehlsgewalt hätte, würde ich meine mit Leopard 1 ausgestatteten Kps vor dem VRV einsetzen, damit ich noch den Leopard 2 für einen Gegenschlag in der Hinterhand habe und da sind wir wieder beim Thema „Himmelfahrtskommando“.

    Großartig, dann freue ich mich schon über Eure hoffentlich zahlreichen Antworten.
    Ich habe das damals im Schützentrupp meiner PzGrenKp nur als winziges Rädchen des Ganzen mitbekommen. Dauernd hieß es aufsitzen, absitzen….oft für meine Begriffe ohne Sinn und Verstand. Was an Funksprüchen von der Kp runter zu den Zügen gemeldet und befohlen wurde, habe ich leider alles nicht mitbekommen, da ich mit meiner Gruppe nur am „rödeln“ war, ganz zu schweigen, was auf Bataillons- oder Brigade-Ebene ablief, deswegen freue ich mich ja auch über jede Antwort, die das Verzögerungsgefecht plastischer und verständlicher macht.

    Duke, klasse, besten Dank für Deinen Beitrag!!
    Damit kann ich schon etwas anfangen.
    Was die Panzeraufklärer angeht. Da wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt der 1980er Jahre die leichten SpähKps zugunsten der schweren SpähKps mit Leopard 1 umgegliedert. So waren sie ab diesem Zeitpunkt keine reinen PzAufkl mehr, sondern eher ein verstärktes PzBtl, prädestiniert als VzVbd., also durchaus Aufklärung durch Kampf. Frag mich bitte nicht nach Quellen. Offensichtlich war man damals der Ansicht, der BrigSpähZg wurde seinen Zweck erfüllen, ein reines AufklBtl mit dem SpPz Luchs war also nicht mehr angedacht. Doch ein Leopard 1 ist laut, verursacht weithin vernehmbare Motorgeräusche, daher nach meinen Erkenntnissen für Spähaufgaben nicht geeignet. Er kann in ein Versteck unterziehen und auf „Beute“ lauern, aber aufklären? Man müsste einfach mal an die alten HDvs der PzAufkl der 1980er Jahre herankommen – leider alles anscheinend immer noch VS-NfD – um zu verstehen, wie die damaligen Einsatzgrundsätze und deren taktischen Vorgaben waren.

    Duke, ich habe leider keine Möglichkeit eine Karte der Umgebung von Uelzen reinzustellen. Natürlich gibt es etliche Möglichkeiten der Überquerung des ESK. Wenn man sich die Karte anschaut, sieht man eine „Ausbuchtung“ im Gebiet zwischen Salzwedel und Brome. Der kürzeste Weg bis nach Uelzen sind gerade einmal 30-35km, über weitgehend offenes, von einigen wenigen Wäldern durchzogen, bietet sich doch an, oder?

    Wenn Du sagst, der Feind muss in Gefechtsformation übergehen, dann meinst Du, er muss sich entfalten, oder?

    Selbstverständlich, die Artillerie des Warschauer Paktes war in der Lage konsequent Planquadrat zu schießen (alles was sie zur Verfügung hatten: Sprengbrand, Splitter, Bomblets), also wirklich alles, was in diesen 30-35km auf dem Weg nach Uelzen steht, mit Rohr- und Raketenartillerie zu „atomisieren“.

    Was ich auch absolut nicht begreife, wie soll sich ein VzVbd. material- und personalschonend verhalten/kämpfen, wenn er A seinen Verzögerungsauftrag durchführen soll, sich dabei selbst +/- abnutzt, dann B irgendwann von der Stellungstruppe am ESK aufgenommen wird, mal kurz „auffrischen“ soll und dann C weiter als Divisions-/Brigadereserve für weitere Aufträge Verzögerung/Verteidigung/Gegenangriff zur Verfügung stehen soll.

    Gruss,
    Reservist

    Verzögerungsgefecht hört sich für mich sehr nach “Indianerkrieg” nach “Guerillaart” an. Also maximale Tarnung, der “Spähfix” Luchs als fahrender Busch. Leicht bewaffnete Verbände, die sich im Niemandsland nach einem vorbestimmten Zeitplan schrittweise und geplant nach hinten bewegen. Leichte Scharmützel aber nicht die Entscheidung suchen – dazu waren sie auch gar nicht in der Lage. Inwiefern waren die Zeitvorgaben realitätsnah? VL ADLER für 6 Stunden, dann „überschlagend“ auf VL BUSSARD zurückfallen lassen, dort für die nächsten 6 Stunden…
    Wie muss man ein Verzögerungsgefecht auffassen? Als Taktik der tausend Nadelstiche, hier und dort mal eine MILAN abfeuern, da mal einen T-80 oder T-72 vernichten aber ansonsten ist es doch ein reines „Verheizen“ von Einheiten in einem Raum, den man eh zur Aufgabe plant. Vielleicht ist das ja die falsche Sichtweise, daher bitte ich um Aufklärung. Vielen Dank!

    Hallo zusammen,

    Bin neu hier und interessiere mich insbesondere für taktische Fragen.
    Wie hat man sich ein Verzögerungsgefecht im Detail vorzustellen?

    Folgende Annahmen:
    Zeit: Heeresstruktur IV
    Ort: Norddeutsche Tiefebene, Nordheide, Gegend östlich von Uelzen
    Gelände: Heidegelände, stark bewaldet (Kiefernwälder), Kusselgelände, „Panzer- und Infanteriegelände“
    Eigene Lage: Stellungstruppen durch 3. PzDiv (PzGrenBrig 7, PzBrig 8 und PzLehrBrig 9) richten sich am VRV zur Verteidigung ein
    VRV: Elbe-Seitenkanal
    VzVbd/Deckungstruppe: selbstständiges verstärktes PzBtl aus Tle Pz, PzGren und PzAufkl (PzAufklBtl 3)
    Auftrag VzVbd: für die nächsten 24 Stunden ein Verzögerungsgefecht gegen zahlenmäßig stark überlegenen Feind im Raum zwischen Zonengrenze und ESK führen. Feind auf -30% abnutzen, Feind in pionierverstärktes Gelände kanalisieren und in Zonen zu lenken, wo PzJg „lauern“. Letzte VL ist der ESK, ab hier Ablösung durch Stellungstruppe
    Feindlage: X. Stoßarmee/Y. Panzergardearmee befinden sich im Bereitstellungsraum Salzwedel-Diesdorf, Angriffsachse auf Uelzen - Lüneburg, Einbruch über den ESK und Durchstoßen der Nahtstelle zwischen I. NL-Korps und I. DE-Korps.

    Wie aber würde so etwas im Detail ablaufen? Wie sah die operative Planung aus?
    Wie gliederte sich ein typischer VzVbd? Kampfpanzer in teilgedeckten Stellungen auf offener Pläne, dort wo ihre Waffen bestmöglichst zur Wirkung kommen? Dasselbe für die PzJg? Im bewaldeten Gelände SPs Marder untergezogen, Schützentrupps abgesessen, unterstützt von PzAufkl mit SpPz Luchs? Welcher Auftrag? Feldposten? Gefechtsaufklärung mit/ohne Kampf? Gefechtsaufklärung durch Kampf besser mit dem KPz Leo 1? In welchen Situationen? Und die PzGren? Pioniersperren bewachen und KPz vor infanteristischer PzAbwehr schützen?

    Wie sieht ein Verzögerungsgefecht in Realität aus?
    Erster Feldposten ALPHA-1 (SPz) wird vom Feind aufgeklärt, löst Nebelwurfanlage aus und fährt im Rückwärtsgang (?) mit Vollkaracho in die Wechselstellung. Dort gibt er wieder Einzelschuss auf leicht gepanzerten Feind ab, die Leoparden auf gegnerische Kampfpanzer und das gleiche Spiel von vorn.
    Also Einzelschuss auf FhrPz, mobile GefStd, nebeln und dann in die nächste Wechselstellung? Wie enorm kraftraubend ist dieses taktische Vorgehen eigentlich und wieviel bleibt vom Verzögerungsverband übrig, wenn er nach Passieren aller VL endlich den VRV passiert und dort Aufnahme durch die Stellungstruppe? Wie realistisch ist das Ganze? Wer kann ein Verzögerungsgefecht so plastisch schildern, so dass es Sinn macht (Sinn macht es – Zeitgewinn für die Stellungstruppe) und nachvollziehbar bleibt.

    Gruss,
    Reservist