Je nun, wenn man dem Urteil des Europarichter nicht nur den Buchstaben nach gehorchen will, dann bleibt nichts anderes übrig, als die Standards zu senken. Es ist nun mal eine physiologische Tatsache, daß nur die stärksten 5% aller Frauen sich bei Maximalkraft und Kraftausdauer mit den schwächsten 5% aller Männer in etwa messen können. Würde man also dieselben Maßstäbe anlegen, könnten höchstens ein oder zwei Prozent aller weiblichen Bewerber aufgenommen werden.
Wenn man nun also per Gerichtsurteil schon gezwungen ist, Frauen aufzunehmen (und dafür die entsprechende Infrastruktur aufzubauen - getrennte Waschräume, Uniformen, etc.), dann kann man wenigstens das neue Bewerberpotential voll ausnutzen (aber dafür müssen eben die körperlichen Anforderungen heruntergesetzt werden). Im Idealfall hätte man natürlich unterschiedliche Anforderungen je nach angestrebter Verwendung/Laufbahn. Aber dann müßte man ja gleich auch die männlichen Speckröllchen aus der Kampftruppe ausschließen - dann wird's aber einsam in den Kasernenblocks.
Es bringt aber letztlich nix, sich immer wieder auf die körperlichen Unterschiede zu fixieren. Daß es da zu nachteiligen Effekten kommt, ist klar, und wohl auch unvermeidlich. Die Frage ist doch eher, ob es auch positive Effekte dadurch gibt, daß Frauen in allen Einheiten dienen, und ob die Vorteile die offenkundigen Nachteile überwiegen.
Bei den Israelis, den US-Truppen und in den skandinavischen Ländern klappt's auch auch irgendwie, warum zum Teufel soll uns das also nicht gelingen?