Woran liegt das?
Im konkreten Fall hätte uns der Auftrag für ein relativ spezielles Gebiet viel Zeit gekostet, die wir dann nicht für die allgemein nützlichen Funktionen zur Verfügung gehabt hätten (für die es wiederum weniger einfach ist, einen Auftrag zu erhalten, obwohl der allgemeine Nutzen deutlich höher ist). Das liegt in der Natur der öffentlichen Budgetplanung, die im Allgemeinen nun mal an die Beschaffung von Waffensystemen gebunden ist. Querschnittliche Funktionen sind da schwieriger zu finanzieren selbst wenn ihre Nützlichkeit bei keinem unserer Kunden infrage gestellt wird.
Hinsichtlich der Personalstärke ist anzumerken, daß wir natürlich unser Team verstärken wollen, aber selbst wenn unbegrenzt viele geeignete Fachkräfte zur Verfügung stünden, könnte man sie doch nicht in kurzer Zeit und großer Zahl einstellen, weil nirgendwo der Kommunikationsbedarf zwischen Arbeitern höher ist als bei der Programmierung.
Ein gutes Beispiel (wenn auch auf einer ganz anderen betriebswirtschaftlichen Ebene) war die Programmierung des Autobahnmaut-Systems. T-Systems geriet etwa neun Monate in Verzug, und als dann das Thema Strafzahlungen ernsthaft vorgebracht wurde, wollte man entweder Handlungsfähigkeit demonstrieren oder geriet ganz einfach in Panik - jedenfalls wurde die Zahl der Programmierer um ca. 30% aufgestockt, was dann zu einer Verspätung von zweieinhalb Jahren führte. Man hatte auf Management-Seite den Koordinierungsaufwand vollkommen unterschätzt, die die Personalaufstockung im Bereich Programmierung erforderte.
Was lernt uns das? Man muß hier mit Bedacht vorgehen.