...Sinn und Frommen 
Wozu ursprünglich gedacht? Wie im tgl. Einsatz umgesetzt? Was bringt es wirklich?
Man wird das doch sicherlich getestet und Vorgaben für den Einsatz geschaffen haben.
Kern des Ansatzes ist, auf den Penetrator mehrere asymmetrische Lasten im Verlauf der Durchdringung des Vorsatzmoduls wirken zu lassen. Sowohl die äußere Oberfläche als auch die im Innern vorhandenen X-förmig verschränkten Blenden belasten den KE-Pfeil mit einer Biegespannung, die im Idealfall bereits ausreicht, um das Geschoß in mehrere Teile zerbrechen zu lassen, die wiederum an unterschiedlichen Stellen auf die 2A4-Hauptpanzerung auftreffen und von der dann "absorbiert" werden.
Selbst wenn das nicht gelingt, trifft der Penetrator-Stab so auf die Panzerung auf, daß seine Längsachse nicht mehr mit seiner Flugrichtung übereinstimmt sondern vielleicht mit 5° bis 10° Abweichung. Auch dies führt dazu, daß die kinetische Energie nicht mehr zur Bildung eines engen und sehr tiefen Kraters ausreicht, sondern ein elliptischer Krater mit größerem Volumen und geringerer Tiefe (=verminderte Durchschlagsleistung) gebildet wird.
In beiden Fällen reicht die Stärke der alten Panzerung aus, um die Restenergie des Geschosses aufzunehmen.
Im Fall der Hohlladung führt die Abstandswirkung dazu, daß eventuelle Winkelvariationen des Hohlladungsstachels von vornherein zu mehreren Auftreffpunkten auf die Hauptpanzerung führen. Dies wird noch dadurch verstärkt, daß das elastisch gelagerte Vorsatzmodul seine Position verändert, während der Hohlladungsstachel durchrauscht. Dadurch müssen verschiedene Teile des Stachels das Modul mehrfach durchdringen, was zu einer Bildung von "Halbwellen" im Stachel führt. Man kann sich das so vorstellen wie einen starken Wasserstrahl, in den kurzfristig immer mal wieder ein Hindernis gehalten wird; dann spritzt es vom Hindernis weg. Dies wird dann durch die lange Wegstrecke bis zur Hauptpanzerung nach Strahlensatz zu einer Verbreiterung des Kraters führen (und zu einer Verminderung seiner Tiefe).
Zusätzlich ist zu bedenken, daß Hohlladungen ihre optimale Eindringtiefe nur dann erreichen, wenn sie in einem bestimmten Abstand zur Panzeroberfläche gezündet werden. Dies wird z.B. bei der DM12A1 durch das vorgesetzte Zünderrohr erreicht. Ist das Geschoß zu nah, wird ein Teil des Stachels ausgebildet, während er schon im Kontakt mit der Oberfläche steht, was die formende Stoßwelle der Ladung stört, so daß nur ein dickerer, kürzerer Stachel ausgebildet werden kann. Ist der Abstand hingegen zu groß, dehnt sich der Hohlladungsstachel des Liners über die Grenze seiner Zerreißfestigkeit aus, so daß ein "partikulierter" Strahl (d.h. eine Reihe von kleineren Strahlpartikeln) entsteht, die sich zwar im großen und ganzen noch entlang derselben Bewegungsachse bewegen, aber dennoch an unterschiedlichen Stellen auftreffen und überhaupt die Summe der Durchschlagsleistungen geringer ausfällt als die eines zusammenhängenden Stachels gleicher Länge und Masse.
So, mehr kann ich jetzt nicht sagen, ohne daß man anfangen müßte, einen Exkurs in die Hydrodynamik zu machen (von der ich nichts verstehe) und Differentialgleichungen zu nennen (und im Lösen von DGLs bin ich mittlerweile auch ungeübt).