Die Raubkatze ist tot...

  • Ich glaube wir sind sehr im Topic, denn es betrifft die Truppe im Einsatz / bzw der Einsatzvorbereitung genau so.


    Wenn mir irgendeiner dieser "Sparfüchse" sagen würde: "Wir lösen hier auf und legen dort still UM X neue Fahrzeuge für Einsatz und Ausbildung zu kaufen" hätte ich kein Problem.


    Ich erinnere mich noch gut an die Gespräche im Kameradenkreis bei der ersten Auflösungswelle der Panzertruppe. Da hieß es: "Dann wird aber mehr Kapital für die verbliebenen Verbände frei, ist doch gut!"


    Und was ist seit dem passiert? NICHTS !! Es ist noch schlechter geworden.


    Solange nur Löcher gestopft werden, Kämmerer über Finanzmittel kämpfender Truppe entscheiden und die Zuständigen Politiker und Militärs keine Eier haben, bleibt es wie es ist und es ist beschissen.



    Behüter und Bewahrer des Andenken an den
    Leopard 1 bei der deutschen Panzertruppe

    Ssnake wrote:


    Zitat


    You and Eisen, Sirs, are self-centered, passive-aggressive whiny, rivet obsessed, ungrateful trolls, and I'm having enough of this


  • Da hast du in allen Punkten meine Zustimmung, auch in dieser "Tonlage".


    @Nachtfalke: Das Problem hätten wir nicht, wenn man, anstatt die Wehrpflicht abzuschaffen, diese per Bundestagsbeschluss aussetzen würde, sagen wir für vorerst 10 Jahre. Das sollte genug Zeit sein um sich eine endgültige Lösung hier wie dort zurecht zu legen und darüber hinaus könnte der erste demographische Knick aufgefangen werden.

  • Fairerweise muß man sagen, daß die Politiker letztlich auch nur Spiegel unserer Gesellschaft sind. Wenn "die schweigende Mehrheit" tatsächlich die Auslandseinsätze unterstützen würde, warum schweigt sie dann?
    Andererseits, wenn es keine gesellschaftliche Mehrheit für die Einsätze (oder überhaupt eine starke Bundeswehr) gibt, warum sollte sich ein Politiker dann dafür ins Zeug legen, er wird ja in Stimmen entlohnt, die in diesem Fall ausblieben.


    Man kann natürlich argumentieren, daß es die Aufgabe der Politik ist, in gewissem Maße auch zu führen, also ggf. auch für einen öffentlichen Meinungsumschwung zu kämpfen anstatt immer nur den Demoskopen nachzulaufen. Das erfordert aber auch

    • das Politik an Werten ausgerichtet ist statt sie nur taktisch zu betreiben
    • daß es dementsprechend einen gesellschaftlichen Wertekonsens gibt, der dann auch der Gesellschaft hilft, gewisse Härten zu ertragen (seien es höhere Steuern oder eben auch mehr Soldaten im Ausland, mit einer höheren Zahl von Toten und Verwundeten, einschließlich der Bereitschaft auch von Wirtschaftsunternehmen, Kriegsversehrte in die Betriebe zu integrieren, usw.)
      Gibt es diesen Wertekonsens? Ich habe da Zweifel.
    • eine öffentliche Berichterstattung, die sich bemüht, Zusammenhänge aufzuzeigen statt nur zu skandalisieren, und dementsprechend
    • eine Gesellschaft, die Qualitätsjournalismus belohnt statt "krawallige Gefühlsschreibe" à la BILD und RTL


    Eine echte gesellschaftliche Debatte über Ziele und die dafür notwendigen Mittel eines Afghanistan-Einsatzes ist nicht zuletzt deshalb unterblieben, weil es unsere Gesellschaft gar nicht so genau wissen will. Denn dann müßte man ja womöglich seine Meinung ändern, das ist schon immer unbequem gewesen.

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  • Sicherlich ist dies zunächst ein öffentlich-gesellschaftliches Problem und das die Politik nur in den Spiegel selbiger sieht, ist unbestreitbar.
    Jedoch, abgesehen davon das allein der Begriff "Werte" in der heutigen Gesellschaft von den Wenigsten überhaupt definiert werden kann, mache ich schon die Politik dafür verantwortlich, dass die Einsätze der Bundeswehr, allen voran in Afghanistan, nicht in dem Maße beachtet und bewertet werden, wie dies der Fall sein müsste.
    Sowohl innerhalb der Bundeswehr, als auch in der Öffentlichkeit werden die Dinge eher tabuisiert, was v.a. daran liegt, dass die Politik diesem eher unangenehmen Thema viel zu lange aus dem Weg gegangen ist, anstatt die Debatte darüber ausführlich, stetig und öffentlichkeitswirksam zu bestreiten.
    Freundliches Desinteresse ist schon das höchste der Gefühle in diesem Zusammenhang. Ich bin beileibe nicht dem linken Flügel der Politik zuzuschreiben und die Argumente der Linken, wenn es solche überhaupt in realistischer Betrachtung zum Thema Außenpolitik gibt, kann ich nicht folgen,
    ABER - sie waren lange Zeit die einzige Partei die sich offen und öffentlich mit diesem Thema ernsthaft, wenn auch in erster Linie im Rahmen des Kampfes um Wähler, befasst hat. Dieser Zug ist für die anderen Parteien längst abgefahren und ihn wieder zu erreichen ein schwieriges Unterfangen.


    Deutschland wird am Hindukusch verteidigt, aber kaum ein Deutscher ist sich dessen bewusst oder würde sich dafür interessieren. Traurig, dass eine Parlamentsarmee im eigenen Volk so wenig Beachtung findet.
    Es müssen wohl erst wesentlich mehr Leichensäcke gefüllt werden, damit das Volk erwacht und die Politik reagiert - nicht mit dem Ruf nach Abzug, sondern mit dem notwendigen Rückhalt, dem finanziellen Beistand für die Streitkräfte und den unabdingbaren Rechten, die die Soldaten im Einsatz innehaben müssen.


    Aber es ist wie in der Innenpolitik - der Polizist, der mit Steinen von Demonstranten in Rostock am Kopf getroffen wird, ist bedauerlicherweise in der Ausübung seines Dienstes für den Staat verletzt worden, aber der arme linksradikale, der die freiheitliche Grundordnung anzweifelt und dies offenkundig mit Steinen bewaffnet tut, der wird bemitleidet wenn zwei Polizisten ihn mit Knüppeln zu Boden zwingen um ihn festzunehmen, weil er ein Straftäter ist.
    SO wird leider auch mit Soldaten umgegangen, die auf "Befehl" des Staates nicht zuletzt ihr Leben für die Bürger selbigen gefährdet und den Tod in Kauf nimmt. Die armen Zivilisten in Afghanistan.... Hätten Sie, selbst wenn sie nicht den Taliban zur Seite standen, nicht versucht Eigentum der NATO zu stehlen, wären sie auch nicht gestorben.

  • Fairerweise muß man sagen, daß die Politiker letztlich auch nur Spiegel unserer Gesellschaft sind. Wenn "die schweigende Mehrheit" tatsächlich die Auslandseinsätze unterstützen würde, warum schweigt sie dann?
    Andererseits, wenn es keine gesellschaftliche Mehrheit für die Einsätze (oder überhaupt eine starke Bundeswehr) gibt, warum sollte sich ein Politiker dann dafür ins Zeug legen, er wird ja in Stimmen entlohnt, die in diesem Fall ausblieben.


    ........


    Kann es nicht auch sein, das die große Mehrheit unseres Volkes FÜR einen Einsatz ist, auch entgegen dem was man in der Presse so gerne liest?


    Frei nach dem Grundsatz: "Wer schweigt, stimmt zu".


    Wenn sie alle sooo sehr dagegen sind, warum sind sie dann nicht auf der Straße und zeigen so Ihre Meinung??


    Wie immer muss hier in Deutschland erst eine riesen Katastrophe passieren bevor hier auch nur irgend jemand mal das Maul auf macht. Und DANN sind es wieder nur die anderen gewesen die das zu verantworten haben.....


    Eins unserer Probleme ist die Presse, die schon lange nicht mehr frei und objektiv ist. Hier wir Kasse gemacht und, bis auf wenige Ausnahmen, das geschrieben/gesagt/gezeigt was die höchsten Zahlen verspricht.


    ....alles andere wurde wengen "zu krass" ersatzlos getrichen....:eek::rolleyes:

  • Die Politik als Spiegel der Gesellschaft ???


    Köstlich, lange nicht mehr so gelacht.


    Stelle mir diese ganzen Berufspolitiker gerade in verschiedenen Rollen vor


    >sorry muss mir die Tränen aus den Augen wischen<


    Westerwelle als schwulen LKW Fahrer mit 22 Std Arbeitstag und 1300,- Netto; Angy als Hartz IV Empfängerin mit 3 unehelichen Kindern und die Aigner als Milchbäuerin die gegen die EU Quoten kämpft.


    Köstlich !



    Behüter und Bewahrer des Andenken an den
    Leopard 1 bei der deutschen Panzertruppe

    Ssnake wrote:


    Zitat


    You and Eisen, Sirs, are self-centered, passive-aggressive whiny, rivet obsessed, ungrateful trolls, and I'm having enough of this


  • Die Politik kann in Deutschland gar nicht der Spiegel der Gesellschaft sein, den unsere Politiker haben schon lange die Tuchfühlung zum Volk verloren und kennen diese Gesellschaft die sie regieren sollten gar nicht, sonst würden sie nicht so am Volk vorbei "regieren" und zwar in allen Belangen nicht nur im Militärischen

  • Tja, das ist eben so, könnte man sagen. Hast du hier in Deutschland ein abgeschlossenes Studium, so kannst du auf alles losgelassen werden. Und das macht das Ganze zum Problem.

    Wir haben systematisch in den achtziger Jahren ein akademisches Proletariat herangezüchtet, dass für die wissenschaftliche Laufbahn und auch eine gehobene Laufbahn gar nicht fähig ist.

    Man empfindet sich als gesellschaftliche Elite, und man leitet daraus vor allem Rechte ab. Das Recht auf höheres Einkommen, das Recht auf bessere Bildung - und der Rest der Bevölkerung das ist eben die Masse. Und die Masse, die weiß bestenfalls fürs normale Leben genug, aber wo es wirklich um wichtige Dinge geht, sollte man die Masse doch besser außen vor lassen.

    So wird gedacht. Und wie sieht es in der Realität aus? Hier wieder mein Freund Volker Pispers. Es werden angebliche Sacheverständige und Beratungsfirmen für Statistiken herangezogen, die jeder Hauptschüler mit ein bisschen Überlegung hinbekommt.

    Das ganze System passt nicht. Das ist es.

    Ich muss aufhören zu Schreiben...


    ZgFhr Alpha




    Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt.


    Mark Twain

  • Mal bitte nix gegen Akademiker, sonst fühle ich mich angegriffen und beleidigt. :)


    Aber ich sehe das gerade bei meinem aktuellen Projekt in der Firma. Da gibt es eine Firma, die eigentlich die Umbau in einem Tanklager koordinieren soll und was ist? Heute stellt sich raus, dass es bislang keinen Server in dem neuen Netz gibt. Gut, ich darf jetzt keine Interna nennen, aber der gute Projektleiter der Beratungsfirma macht jetzt Ski-Urlaub und meine Firma, die eigentlich das wenigste Geld bekommt, macht jetzt alles.


    Gut, Vorteil für uns, weil wir in Zukunft in dem Tanklager das Sagen haben, aber da geht es ja im kleinen schon los.


    Alles Mist...

  • Die Politik als Spiegel der Gesellschaft ???


    Köstlich, lange nicht mehr so gelacht.


    Ja - zumindest in dem Sinne, daß wenn sie nicht mehrheitsfähige Positionen vertreten und mit ihren Argumenten nicht überzeugend sind, auch keine Wählerstimmen gewinnen.


    Natürlich leben die Abgeordneten, Minister, und Ministerialbeamten in ihrer eigenen Welt (so wie jeder andere auch; das ist eigentlich eine Binsenweisheit - aber vielleicht sollte man es doch auch einmal aussprechen: Ebensowenig wie Westerwelle als prekär bezahlter Fernfahrer vorstellbar ist, ist es vorstellbar, daß besagter Fernfahrer erfolgreich die Rolle eines Bundesministers ausfüllen könnte).


    Wenn es eine schweigende Mehrheit für irgendetwas gibt, dann ist diese Mehrheit selbst schuld, wenn sie schweigt, und den Kampf um die öffentliche Meinungsführerschaft kampflos den Minderheiten überläßt.
    Ob es uns gefällt oder nicht: Es gibt keine artikulierte, breite Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes oder den Willen, wenn wir denn schon nicht gewinnen können, dann wenigstens nicht zu verlieren. Und solange unsere Abgeordneten nicht sehen, daß es eine klare Meinung zugunsten einer Truppenverstärkung oder einer anderen Strategie in Afghanistan gibt, werden sie weiter versuchen, den deutschen Einsatz mit minimalem Schaden für ihre Stimmenanteile irgendwie durchzuwursteln, um wenigstens den Anschein der Bündnistreue und außenpolitischen Verläßlichkeit zu wahren.



    Interessant war ja zu erleben, daß im Zuge der parteiinternen Diskussion um den Afghanistan-Einsatz die SPD-Basis eben nicht wie von der Führung befürchtet für den sofortigen Abzug gestimmt hat; ein gewisses Maß an Reife ist dort demonstriert worden (wenn es auch nicht so weit ging, gleich eine massive Truppenaufstockung zu fordern). Insoweit ist der neue Ansatz der SPD-Führung sogar verdienstvoll, weil man sich tatsächlich einmal bemüht hat, für eine bestimmte Position zu werben. Würde das auch in anderen Parteien Schule machen, man könnte den Eindruck bekommen, wir lebten in einer Demokratie... ;)

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